Ein Bonsai will gepflegt werden

Bonsai sind Lebewesen und sollten auch dementsprechend gepflegt werden. Schnittverletzungen müssen versogt, Totholzpartien behandelt und Schädlinge bekämpft werden. Außerdem muss der Baum mit Wasser und Nähstoffen, also Dünger, versorgt werden. Hierbei gibt es einiges zu beachten.

Die richtige Überwinterung

Bei der richtigen Überwinterung von Bonsai unterscheidet man zwischen drei Bonsai-Arten:

  1. Zimmerbonsai
  2. KalthausBonsai
  3. Einheimische Bonsai

 

1. Zimmerbonsai

Wie der Name es schon sagt, können Zimmerbonsai das ganze Jahr über in der Wohnung gehalten werden. Allerdings freuen sich alle Bonsai, wenn sie den Sommer über im Freien, bei frischer Luft verbringen können. Dadurch werden sie vitaler und widerstandsfähiger, als ihre im Zimmer gehaltenen Kollegen.

Alle Zimmerbonsai vertragen keinen Frost!

Da die Raumluft im Winter, durch das Heizen sehr trocken wird, leiden einige Zimmerbonsai an zu trockener Luft. Gegenmaßnahmen sind:

  • Bonsai in ungeheizte Räume stellen
  • Bonsai mehrmals täglich besprühen
  • Bonsai auf einen großen Untersetzter stellen, den Untersetzer mit Blähton oder Lava füllen und dieses stetig nass halten.

Im Winter müssen Zimmerbonsai seltener gegossen werden, als im Sommer. Staunässe vermeiden!

 

Zu den Zimmerbonsai zählen unter anderem: Alle Ficus Arten, Chinesische Ulme, Wandelröschen, Tamarinde und Crassula Arten.

 

 

2. Kalthausbonsai

Kalthausbonsai kommen meist aus mediterranen Regionen. Sie vertragen häufig leichte Fröste.

Man sollte Kalthausbonsai in frostfreien, aber kühlen Räumen überwintern wie z.B.

  • Garage
  • Keller
  • Wintergarten
  • Gewächshaus

Bei Temperaturen unter 6°C brauchen auch immergrüne Pflanzen kein Licht, da sie ohnehin keine Photosynthese mehr machen.

 

Zu den Kalthausbonsai zählen unter anderem: Olive, Oleander, Granatapfel und Myrthe

 

 

 

3. Einheimische Bonsai

Bonsai aus einheimischen Pflanzen sind durch die Haltung in einer flachen Schale nur bedingt frostresistent. Vor allem die Wurzeln müssen geschützt werden.

Mann kann dies erreichen durch:

  • Einsenken der Schale in den Boden
  • Abdecken der Schale mit Stroh, Laub oder Kompost
  • Einwickeln der Schale in Noppenfolie
  • Unterbringung wie bei Kalthauspflanzen

Wenn einheimische Bonsai den Winter über gedrahtet sind, müssen auch die oberirdischen Teile vor Frost geschützt werden.

 

Zu den einheimischen Bonsai zählen unter anderem: Buchen, Eichen, Erlen, Waldkiefer, Schwarzkiefer, Pfaffenhütchen, Äpfel, Forsythien und Ebereschen

Bei allen Bonsai im WInter zu beachten

Auch im Winter muss hin und wieder gegossen werden. Achten Sie darauf das Ihre Bonsai im Winter nicht austrocken. Aber auch Staunässe ist zu vermeiden!

Die Erde sollte immer erdfeucht sein.

 

Die richtige Zeit

Der Winter ist auch die richtige Zeit vorbeugend gegen Schädlinge vorzugehen.

Durch eine Behandlung mit Winteröl werden eventuelle Eigelege von Läusen und Milben abgetötet.

Da Winteröle rein biologisch sind und keine Gifte enthalten, kann man sie ohne Bedenken anwenden.

Winteröle wirken rein physikalisch und nicht chemisch.

Dadruch entstehen keine resistenzen unter den Schädlingen und man kann die Anwendung mehrmals jährlich mit dem gleichen Mitteln durchführen.

 

Die richtige Erde

Ein Bonsai lebt in einem beengtem Gefäß und steht daher unter extremen Bedingungen. Daher ist es besonders wichtig das ein Bonsai eine hochwertige Erde bekommt.

 

Junge Bäume die noch im Wachstum sind sollten entweder in ein Beet oder in relativ große Töpfe gepflanzt werden. Sie benötigen viele Nährstoffe und ausreichend Wasser. Die Erde sollte in der Lage sein Wasser und Nährstoffe aufzunehmen und zu speichern gleichzeitig muss beides für die Pflanze verfügbar bleiben.

Umso mehr Nährstoffe und Wasser die Erde aufnehmen und pflanzenverfügbar bereit halten kann, desto größer ist der so genannte Puffer. Mit einem größeren Puffer können Fehler des Bonsaihalters komprimiert werden.

Ein weiterer wichtiger Faktor der Erde ist die Luftkapazität. In einem luftigen Substrat wachsen die Wurzeln des Bonsai besser und es ensteht keine Wurzelfäule.

 

Bonsai müssen regelmäßig umgetopft werden, dabei wird die Erde komplett erneuert. Dies ist nötig da die Erde in der Bonsaischale nach einer gewissen Zeit verbraucht ist. Alte Erde ist nicht mehr strukturstabil und hat eine schlechtere Wasser- und Nährstoffkapazität. Junge Bonsai sollten alle 1-2Jahre umgetopft werden. Alte Bäume können bis zu 5Jahre mit der selben Erde auskommen.

Wasser ist Leben, das richtige gießen

Grundsätzlich gilt: Wenn die Erdoberfläche der Bonsaischale trocken ist muss gegossen werden. An heißen Sommertagen kann das bis zu 3 mal am Tag notwendig sein. Ist die Erde im Winter gefroren muss nur noch sehr selten gegossen werden aber austrocknen sollte der Wurzelballen auch zu dieser Zeit nicht.

 

Natürlich ist auch hier jeder Pflanze anders zu behandeln. Sumpfzypressen oder Erlen vertragen auch nasse "Füße". Kiefern und Wacholder können dagegen auch mal etwas trockener werden.

 

Aber nicht nur das regelmäßige gießen ist wichtig, es kann auch falsch gegossen werden. Um richtig zu gießen muss man zuerst wissen mit was man gießt. Kranwasser ist in der Regel sehr kalk- und salzhaltig. Daraus folgt das man die Bonsai so lange gießen sollte bis das Wasser wieder aus den Abzugslöchern raus läuft, denn sonst sammeln sich Salze im Boden und die Wurzeln des Bonsai "verbrennen". Bevorzugt sollte auf Regenwasser zurückgegriffen werden, da dieses Salzarm und Kalkarm ist.

 

Wenn man ausschließlich Kalkhaltiges Kranwasser zur Verfügung hat sollte man auf kalktollerante oder kalkliebende Pflanzen zurückgreifen.

Hierzu gehören zum Beispiel: Acer campestre (Feldahorn), Carpinus betulus (Hainbuche), Corylus colurna (Hasel), Ginkgo biloba (Ginko), Morus alba (Maulbeerbaum), Quercus robus (Stieleiche), Tilia Arten (Linden) und einige mehr.

 

Bonsai die einen leicht sauren Ph-Wert benötigen sollten möglichst nur mit Regenwasser oder destiliertem Wasser gegossen werden. Dabei muss beachtet werden das in Regen- und destiliertem Wasser keine Nährstoffe enthalten sind was bei einer guten Düngung des Bonsai aber kein Problem darstellt.

Ein Bonsai braucht Nahrung, der Dünger

Da ein Bonsai in seiner Schale nur wenig Erde zur Verfügung hat ist das Nährstoffangebot schnell aufgebraucht. Ein reifer Bonsai der bereits fein verzweigt ist und keine Mangelsymptome aufweist kommt auch mit sehr wenig Nährstoffen zurecht. Junge Bäume die noch in der Wachstumsphase sind brauchen aber noch reichlich Nährstoffe um zu wachsen. Ein wohl genährter Bonsai wächst nicht nur schneller (Stammumfang wie Austrieb), er bleibt auch gesünder und ist weniger anfällig für Schädlinge.

 

Gestaltungsmaßnahmen wie drahten, umtopfen und starker Rückschnitt sollten ausschließlich an wohlgenährten und gesunden Pflanzen vorgenommen werden. Aus diesem Grund ist es wichtig den Bonsai jederzeit optimal mit Nährstoffen zu versorgen.

 

Bei Düngern unterscheidet man zwischen zwei grundsätzlichen Produkten.

 

  • organischer Dünger

Organischer Dünger wird, wie der Name schon sagt, aus organischem Material hergestellt. Ein Beispiel für organischen Dünger ist Hornmehl.

 

Vorteile von organischem Dünger

  1. BioBio. Organischer Dünger fördert das Bodenleben. Kleinstlebewesen die in unseren Bonsaischalen leben ernähren sich von organischen (Abfällen). Dabei machen sie die Nährstoffe die in dem Dünger vorhanden sind für den Bonsai verfügbar. Ein gesunder Boden sollte möglichst viel Bodenleben beinhalten.
  2. Langzeitwirkung. Dadurch das der Dünger nach und nach zersetzt wird entfaltet er seine Nährstoffe über einen langen Zeitraum und ist somit länger für den Bonsai verfügbar.
  3. Umweltfreundlich. Da organischer Dünger meist aus Abfällen aus der Landwirtschaft hergestellt wird ist er ein Recyclingprodukt und damit besonders gut für die Umwelt.
  4. Idiotensicher. Mit organischem Dünger kann man seine Bonsai nicht überdüngen. Da der Dünger erst von dem Bodenleben umgewandelt werden muss ist eine überdüngung nicht möglich.

 

Nachteile

  1. Organischer Dünger ist erst nach einer gewissen Zeit verfügbar und daher weniger gut geeignet um akute Nährstoffmängel zu behandeln.

 

 

  • mineralischer Dünger

Bei mineralischem Dünger liegen die Nährstoffe als Salz vor. Mineralische Dünger werden meist im Bergbau geerntet und weiterverarbeitet.

 

Vorteile von mineralischem Dünger

  1. Wer es schnell braucht. Mineralischer Dünger ist sofort für die Pflanze verfügbar und daher optimal geeignet um Mangelerscheinungen zu bekämpfen.
  2. Auf den Punkt. Da es mineralischen Dünger auch in Flüssigform gibt kann man ihn in Wasser gelöst auf die Blätter sprühen, dies nennt man Blattdüngung. Die Vorteile hierbei: Der Dünger ist noch schneller verfügbar denn er ist direkt dort wo er gebraucht wird. Die Pflanze muss ihn nicht erst zu den Blättern transportieren. Und mann kann die Düngemenge genauer kalkulieren da es keine Ausschwemmungen gibt.

 

Nachteile

  1. Vorsicht! bei mineralischem Dünger ist eine Überdüngung möglich! Das heißt das bei einer Überdosierung die Wurzeln des Bonsai "verbrennen" und der Baum so im schlimmsten Fall sterben kann. Bei einer Blattdüngung ist eine Überdüngung auch möglich aber nicht so verheerend. Die Blätter erleiden Verbrennungen, was den Baum nicht so stark beschädigt wie ein Wurzelschaden.
  2. Bei intensivem Gießen können die Nährstoffe ausgespült werden und sind nicht mehr für den Bonsai verfügbar.
  3. Da mineralische Dünger mit hohem technischen Aufwand gewonnen und veredelt werden sind sie sehr energieaufwendig und damit eine viel größere Belastung für die Umwelt.

Ohne Sonne lebt keine Pflanze

Ohne die Sonne kann keine Pflanze leben.

Aber manche Pflanzen dürfen auch nicht zu viel Sonne abbekommen.

 

Man sollte versuchen seinem Bonsai einen möglichst optimalen Standort zur Verfügung zu stellen.

Besonders Laubbäume bilden größere Blätter und längere Internodien aus wenn sie zu wenig Licht abbekommen. Andererseits verbrennen die Blätter mancher Arten wenn sie zu stark von der Sonne beschienen werden. Es sollte auch beachtet werden das ein Bonsai einen Standort beibehalten sollte. Treibt ein Baum zum Beispiel im Schatten aus und wird dann in die volle Sonne gestellt sind die Blätter sehr Sonnenbrand gefärdet.

 

Je nach Art des Bonsai sollte der Standort gewählt werden. Hier eine kleine Auflistung die als kleine Hilfe dienen soll:

 

Vollsonnig: Betula pendula/Hängebirke, Betula nana/Zwergbirke, Juniperus communis/Wacholder, Larix decidua/Lärche, Pinus mugo/Bergkiefer, Prunus padus/Traubenkirsche

 

Halbschatten bis absonnig: Acer campestre/Feldahorn, Alnus glutinosa/Schwarzerle, Fagus sylvatica/Rotbuche, Malus `Sorte`/Apfel, Pinus nigra/Schwarzkiefer, Quercus rubra/Stieleiche

 

Schatten: Taxus baccatta/Eibe, Rhododenron `Sorte`/Rhododendren und Azaleen, Fraxinus excelsior/Esche, Acer platanoides/Spitzahorn

 

 

Bei allen Bonsai sollte der Standort möglchst hell gewählt werden. Teilweise vertragen Pflanzen die unter Schatten aufgelistet werden auch Besonnung und Pflanzen die unter Vollsonnig gelistet sind können auch im Halbschatten gehalten werden aber in der Natur kommen sie meistens unter den oben genannten Bedingungen vor und sind daher an diese Standorte angepasst.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge bei Bonsai unterscheiden sich nicht von denen bei anderen Pflanzen. Allerdings sind Bonsai aufgrund ihrer geringen Größe und ihren extremen Lebensbedingungen eher gefährdet Schaden zu nehmen.

 

Grundsätzlich sollte man beachten das ein gut genährter und gesunder Bonsai sich selbst schützen kann. Jeder Bonsai hat ein Immunsystem. Ist der Baum vital, funktioniert auch sein Immunsytem und der Bonsai kann sich vor vielen Krankheiten und Schädlingen selbst schützen.

 

Ist Ihr Bonsai allerding befallen gibt es verschiedene Möglichkeiten der Behandlung.

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