Gestaltung

Um einen Bonsai die gewünschte Form zu geben gibt es verschiedene Methoden.

Der Gestaltungs- und der Erhaltungsschnitt, das Drahten und das Pinzieren oder auch der Blattschnitt sind Methoden um dem Baum die Form zu geben die man gerne hätte und eine gute Verzweigung zu erreichen.

Das Umtopfen und der Wurzelschnitt erhalten die Vitalität des Baumes und fördern einen schönen Wurzelansatz.

Bevor man mit der Erstgestaltung eines Bonsai beginnt ist es wichtig die Vorderseite festzulegen. In der Regel sollte sich der Stamm zuerst nach hinten neigen, die Spitze sollte sich dagegen dem Betrachter entgegen neigen. Es Sollte im unteren Stammbereich kein Ast direkt nach vorne ragen genauso wie im Wurzelansatz keine Wurzel direkt nach vorne wachsen sollte.

Gestaltungsschnitt

Meist eine der ersten Schritte wenn man eine junge Pflanzen oder einen Findling zum ersten mal gestaltet. Grundsätzlich gillt: Äste die sich oder den Stamm kreuzen müssen entfernt werden. Es dürfen nicht mehrere Äste aus einer Stelle entspringen und es dürfen sich keine Äste direkt gegenüber stehen. Astquirle sind zu vermeiden so wie nach vorne wachsende Äste in den unteren beiden Stammdritteln.

Natürlich sind auch bei jeder Form unterschiedliche Regeln zu beachten.

Bei der frei aufrechten Form dürfen zum Beispiel keine Äste aus den Innenbögen des Stammes entspringen.

 

Wenn man einem Bonsai seinen ersten Schnitt verpasst kann man auch die Astlänge und Astdicke regulieren. Die Äste sollten von unten nach oben kürzer und dünner werden. Ist dies nicht der Fall wird nachgeholfen. Äste die dicker werden sollen, werden lang gelassen da sie so schneller an Umfang zunehmen.

 

Grundsätzlich gillt auch das im Kronenbereich stärker zurückgeschnitten wird da der Baum hier am stärksten wächst.

 

Alle Schnittverletzungen sollten schnellstmöglich nach einem Schnitt verschlossen werden. Hierdurch werden Krankheiten ferngehalten und die Pflanze trocknet an der Wunde nicht aus. Zum verschließen eignet sich Lauril Baumwachs von Neudorff

Drahten

Um einen Bonsai in die gewünschte Form zu bringen gibt es die Möglichkeit die Äste zu drahten.

Beim Drahten werden die Äste mit einem Aluminium- oder einem Kupferdraht umwickelt.

Je nach Astdicke werden unterschiedlich starke Drähte verwendet, danach ist es möglich die Äste in die gewünschte Position zu bringen.

Es sollten immer alle Äste bis in die Spitzen gedrahtet werden damit man den Baum genau die Form und Aststellungen geben kann die man sich wünscht.

 

Nachdem man einen Bonsai gedrahtet hat muss man ihn regelmäßig kontrollieren um zu verhindern das die Drähte einwachsen. Je nach Baum und Jahreszeit ist der Dickenwachstum der Bonsai sehr unterschiedlich, daher kann man keine feste Zeitangabe geben.

Regelmäßige Kontrolle der Bonsai sind daher unumgänglich.

Spannen

Will man den Ast eines Bonsai in seiner Position nach unten korrigieren, so kann man ihn entweder mit Draht umwickeln und nach unten biegen oder man spannt den Ast.

Das funktioniert wie folgt.

-Wenn der Bonsai noch in einem Kunststofftopf steht ist es das einfachste in den Rand des Topfes Löcher zu bohren und einen Draht hindurch zu stecken. Der Draht wird am Topf verzwirbelt, am anderen Ende steckt man ein Stück Kunststoffschlauch über den Draht und biegt den Draht, mit dem Kunststoffschlauch darüber, um den Ast. Jetzt biegt man mit der einen Hand den Ast vorsichtig nach unten und mit der anderen Hand zieht man den Draht nach. Ist der Ast in der gewünschten Position, verzwirbelt man den Draht um sich selbst. Der Schlauch verhindert das einwachsen des Drahtes.

-Steht der Bonsai bereits in einer Bonsaischale nimmt man zuerst einen Dicken Draht. Das eine Ende steckt man in ein Abzugsloch der Schale, den Draht legt man entlang der Schalenseite bis zum Rand. Jetzt dreht man eine Schlaufe in den Draht und steckt das übriggebliebene Ende in die Erde. An der nun vorhandenen Schlaufe kann man jetzt mit einem anderen Draht wie oben beschrieben den Ast spannen.

Der Vorteil des Spannens besteht darin das der Draht nicht einwächst und so nicht ständig kontrolliert werden muss.

Die richtige Schale

Ein weiteres wichtiges Gestaltungselement bei einem Bonsai ist die Schale. Die Bonsaischale soll den Bonsai in seiner Ausstrahlung untermalen und darf den Blick nicht von dem Bonsai ablenken. In der Regel verwendet man für Laubbäume lasierte Schalen und für Nadelbäume unlasierte Schalen. Bäume die einen rauen (männlichen) Charakter haben pflanzt man üblicherweise in eine eckige schale. Bäume mit sanften (weiblichen) Formen pflanzt man meist in eine Runde oder ovale Schale.

Die Schalengröße ist abhängig von dem Bonsai. Ein Baum der höher als breit ist sollte eine Schale bekommen die etwa zwei Drittel der Baumhöhe breit ist.

Ein Bonsai der breiter als hoch ist sollte in eine Schale gepflanzt werden die etwa zwei Drittel der Baumbreite breit ist.

Die Schalentiefe sollte ungefähr dem Stammdurchmesser entsprechen. Bei Kaskaden (Kengai) muss die Schale allerdings Tiefer sein um dem Baum optisch und physikalisch Halt zu geben.

Blattschnitt

Will man bei einem Bonsai eine feinere Verzweigung und kleinere Blätter erzielen so gibt es die Möglichkeit des Blattschnitts. Der Blattschnitt ist nur bei Laubbäumen möglich.

Der Blattschnitt sollte nach dem ersten Austrieb im Jahr gemacht werden. Er sollte nicht mehr nach August erfolgen. Bei immergrünen Zimmerbonsai (Ficus benjamini) ist das Frühjahr die beste Zeit.

Beim Blattschnitt werden die Blätter am Blattstiel abgeschnitten, es soll kein Stück des Blattes verbleiben. Danach sollte einen Monat nicht gedüngt werden und da der Bonsai weniger verdunstet muss auch weniger gegossen werden.

Ein Blattschnitt sollte nur an gesunden, wohlgenährten Pflanzen vorgenommen werden, da eine geschwächte Pflanze möglicherweise nicht mehr genug Kraft hat um neu auszutreiben.

 

Kerzen zupfen

Da sich im Frühjahr die Kerzen der Kiefern strecken ist es die richtige Zeit die Verzweigung zu verbessern. Die gestreckten Kerzen werden mit den Fingern gekürzt oder ganz abgezupft. Dadurch werden Seitenknospen angeregt auszutreiben und die Verzweigung erhöht sich um das Vielfache. Die neu austreibenden Knospen werden ebenfalls wieder dezimiert. Im Idealfall bleiben immer zwei Kerzen stehen. Bleibt nur eine Kerze stehen erreicht man keine Verzweigung und bleiben mehr als zwei Kerzen stehen ensteht eine Verdickung in der Verzweigung.

Kiefern Kerzen entfernen

Wurzelschnitt

Genau wie die Äste und Zweige eines Bonsai müssen auch die Wurzeln gepflegt und zurückgeschnitten werden. Der oberirdische und der unterirdische Teil eines Bonsai bilden eine Einheit die aufeinander abgestimmt und voneinander abhängig ist. Bei den meisten Bonsai müssen die Wurzeln alle 1-2 jahre geschnitten werden. Dabei wird auch die Erde erneuert die nach dieser Zeit oft verbrauchtist.

Will man einen Bonsai aus einer Topf- oder Containerpflanze gestalten, müssen auch hier  die Wurzeln zurückgeschnitten werden. Da man häufig auch den oberirdischen Teil stark reduziert, können auch die Wurzeln dementsprechend stark gekürzt werden. Die beste Zeit hierfür ist das Frühjahr, vor dem Austrieb der Blätter.

Zuerst wird die Pflanze aus dem Topf geholt und die Wurzeln werden mit einem Stäbchen oder einer kleinen Gartenkralle auseinander gekemmt. Dabei wird die alte Erde aus dem Wurzelbereich herausgeholt. Wurzeln die proportional zu Dick sind sollte nach möglichkeit ganz entfernt werden. Genauso Wurzeln die senkrecht nach unten Wachsen. Im Idealfall hat man zum Schluss nur noch Wurzeln die waagerecht vom Stamm, alle auf einer Höhe, wachsen.